Christliche Bands aus aller Welt rocken

BALINGEN. Für rund 1400 junge Besucher wurde die Balinger Messehalle am Samstag zur musikalischen Pilgerstätte: Acht Bands boten satten Rock-Sound mit christlicher Botschaft ...
Dass sich harte Gitarrenmusik und christlicher Lebensstil nicht ausschließen, bewies das Festival bereits zum 17. Mal. Leah, Sängerin der schwedischen Gruppe Scarlet Drop, versuchte sich in der Akustik-Lounge an einem Erklärungsversuch: "Viele denken, wir Christen sind seltsame Kreaturen. Dabei sind wir auch nur Menschen, die mit den selben Dingen kämpfen müssen, wie alle anderen, und die versuchen, ein positives Leben zu führen." Als Jugendliche sei sie suizidgefährdet gewesen, erzählte Moderator Ed Einsiedler, und habe nach einer Führung gesucht, die sie im Glauben gefunden habe. Für so viel Stärke erntete sie von ihrem jungen Publikum herzlichen Applaus.
Themen wie Einsamkeit oder Hilflosigkeit und im Glauben gefundene Hoffnung machen auch die Liedtexte aus. Die vier Jungs von "d:project" aus Dresden haben dies in mehrdeutiger Weise in ihrem Stück "Bei dir" umgesetzt. Wie sehr sie die Zuhörer vor der Hauptbühne mitzureißen vermochten, bewiesen sie, als Sänger Nathanael zum Hinknien aufforderte. Hunderte der Jugendlichen knieten nieder, manche falteten die Hände zum Gebet, um dann wie der Sänger wieder aufzustehen.
100 ehrenamtliche Helfer
Als feste Größe habe sich das Festival in Balingen etabliert, freute sich Organisator Wilfried Rauscher. Der Blick auf den Parkplatz bestätigte dies: Ulm, Konstanz, Tübingen, Waiblingen oder Tuttlingen waren nur einige der Kennzeichen, die dort auszumachen waren. "Etwa 100 ehrenamtliche Helfer sind im Einsatz", berichtete Rauscher, "die für einen reibungslosen Ablauf dieser alkohol- und drogenfreien Veranstaltung sorgen."
Auch wenn einige der jungen Besucher am späteren Abend am Rand des Zuschauerpulks vor der Bühne bereits am Boden saßen und sich vom kräftezehrenden Feiern ausruhten, ließ die Stimmung bei den Haupt-Acts Everyday Sunday und Spoken nicht nach. Letztere heizten dem Publikum mit ihrem harten Sound noch einmal mächtig ein, ehe "Freequency" kurz nach Mitternacht einen zweiten Auftritt hatten. Für die Jungs aus Ulm war es der letzte Gig beim Festival, da sie sich im vergangenen Jahr dazu entschlossen hatten, bald aufzuhören.
Mit einem Jugendgottesdienst in der St.-Georg-Kirche in Erzingen, den Prediger Aleko Vangelis hielt, fand das Festival gestern seinen geistlichen Abschluss.

Geschrieben von: Renate Deregowski
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