Winterlinger nach "Bauer sucht Frau" völlig geschafft
WINTERLINGEN. Beim Kochen, Füttern, Ausmisten - bei allem ist die Kamera von "Bauer sucht Frau" dabei: Aktuell ist auch "der fleißige Rinderwirt" Dieter Gräßle aus Winterlingen vertreten ...
Beim Kochen und Backen, beim Füttern und Ausmisten, sogar beim Kuscheln auf dem Sofa ist die Kamera dabei in der TV-Reality-Soap »Bauer sucht Frau«: Unter zwölf einsamen Landwirten ist in der laufenden Staffel auch »der fleißige Rinderwirt« Dieter Gräßle aus Winterlingen vertreten.
Das Schema ist seit dem Start der RTL-Serie im Herbst 2005 unverändert: Bauern treffen Frauen bei einem Scheunenfest und laden sie auf ihren Hof ein.
Eine oder zwei folgen dem Lockruf und erleben das Landleben, wie es die Macher der Serie dem Fernsehpublikum vorführen. Nach einer Woche fällt dann die Entscheidung, ob der Bauer auf Brautschau seine Holde wiedersehen darf.
Dieter hatte beim Scheunenfest Regina und Heike getroffen; seine Wahl fiel auf die Friseurin Heike aus Hannover.
Die erste Panne gab es, will man den Fernsehmachern glauben, gleich bei der Ankunft Heikes auf der Alb: Sie musste bei Regenwetter eine halbe Stunde lang an der Bushaltestelle warten, bis Dieter sie abholte. Die Fahrt nach Winterlingen sei »aufregend« gewesen, so Heike. Dafür fiel der Empfang auf dem Hof um so herzlicher aus, und Mutter Anita und Vater Karl Gräßle waren ganz angetan von Heike.
In der nächsten Folge führte Dieter Heike seinen Stall und die Rinder vor. Ihre staunenden Auge erblickten ein Kälbchen, das anscheinend just zur Welt gekommen war. Sie durfte das Tier mit Stroh abreiben und einen Namen aussuchen ? sie kam auf »Kalbi«, und Dieter wunderte sich.
Am nächsten Morgen wollte Dieter die in Südafrika aufgewachsene Hannoveranerin mit einem Frühstück und selbst gebackenem Kuchen verwöhnen. Sie backe gern, äußerte Heike vor der Kamera: »Marmorkuchen, Blechkuchen und Muffins - das ist meine Welt.«
Gesagt, getan: Sie machte sich ans Werk, mischte Mehl, Milch und Eier. Anfängliche Schwierigkeiten und Irritationen über Küchengeräte waren bald ausgeräumt: »Das ist ein Suppenlöffel, aber im Rezept steht Esslöffel«, sagte die Landfrau auf Probe, bis ihr Dieter erklärte, was es mit den Löffeln auf sich hat. Trotz aller Anstrengung wollte Heike der Teig aber nicht gelingen: »Da ist zu viel Mehl drin.«
Drama am Küchenherd spitzte sich zu
Das Drama am Küchenherd spitzte sich zu, als Dieters Mutter Anita die Szene betrat und Heikes Backkünste nicht zu fassen vermochte. »Erbarmen«, rief sie aus und erklärte als gestandene schwäbische Bauersfrau mit Nachdruck: »Da ist viel zu wenig Mehl drin; so kann das ja nichts werden.« Dem hatte Heike nichts entgegenzusetzen.
Noch ganz geschafft von den Dreharbeiten ist Dieter Gräßle: »Das war anstrengend. Ich würde es nicht mehr machen.« Damals hatte er sich bei der Produktionsfirma beworben und zuvor mit seinen Kumpels diskutiert.
Auch mit seinen Eltern, die ebenfalls mitspielen, hatte er gesprochen. Aufreibend fand er es, dass er Anweisungen folgen musste, wo er zu stehen und was er zu tun habe. Völlig ungewohnt war das für den 40-Jährigen: »Ich musste über einige Schatten springen.«
»Die Leute haben aber hintenrum diskutiert«
Er selbst sei kaum einmal direkt auf seinen Fernsehauftritt angesprochen worden. »Die Leute haben aber hintenrum diskutiert«, da sei auch die Rede von »Kasperletheater« gewesen. Noch einmal wird auf seinem Hof gedreht.
Nach Angaben des Privatsenders erreichte die erste Staffel einen Marktanteil von 19,8 Prozent bei den 14- bis 49-Jährigen, und die Staffel 2008 kam auf 26,1 Prozent und 7,7 Millionen Zuschauer. Auch in der laufenden Saison bewegt sich die Sendung »Bauer sucht Frau« an der Spitze der Quotentabelle.

Geschrieben von: Lorenz Hertle
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