Polizei kommt Vandalen-Trio auf die Schliche

 

Pflastersteine

OBERNDORF. Aus Langeweile haben ein Mädchen und zwei Jungen mehrfach Pflastersteine und Flaschen auf die Straße gelegt - nur um zu sehen, was dann passiert ...

Es mutet an wie eine Szene aus einem schlechten Film, ist aber so in Oberndorf geschehen: Im Dunkeln legen Jugendliche Pflastersteine und Glasflaschen auf eine vielbefahrene Straße. Dann verstecken sie sich, um zu beobachten, was passiert.

Jetzt ist den Jugendlichen – ein Mädchen und zwei Jungen – die Polizei auf die Schliche gekommen. Das Motiv des Trios: Langeweile. Die Tatorte: Straßen in Bochingen und Boll. An drei Tagen im Januar und im März passierte das Unglaubliche auf der Bochinger Ortsdurchfahrt, gleich am Ortseingang aus Richtung Oberndorf. Dort waren es die Glasflaschen und die Pflastersteine, die Menschenleben gefährdeten.

Kaputte Scheinwerfer und Stoßstangen, zerstörte Unterböden

In Boll, auf einer Nebenstraße, steckten die Jugendlichen Holzstäbe und Äste in einen Gully auf der Fahrbahn.

Die Bilanz: kaputte Scheinwerfer und Stoßstangen, zerstörte Unterböden, ein kaputter Reifen. Mindestens zwei Autos waren in Unfälle verwickelt, ein dritter Autofahrer konnte rechtzeitig bremsen. Zum Glück hat es keine Verletzten gegeben.

"Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn ein Motorradfahrer auf die Gegenstände gefahren wäre", sagt Georg Völkle, Jugendsachbearbeiter bei der Polizei. Völkle hat wesentlich dazu beigetragen, dass diese gefährlichen Eingriffe in den Straßenverkehr jetzt aufgeklärt werden konnten.

Die beiden Jungs und das Mädchen, die im Alter zwischen 14 und 16 Jahren sind, so Völkle weiter, seien alle geständig. Unter anderem sei es auch der Beobachtung eines aufmerksamen Boller Bürgers zu verdanken, dass das Trio geschnappt wurde. "Akte von Vandalismus hatten sich in der letzten Zeit auf der Schillerhöhe in Boll gehäuft", sagt Völkle. "Herausgerissene Hinweisschilder des Albvereins und kaputte Zäune", zählt er auf. Deshalb sei dieser Bürger "sensibilisiert" gewesen, als er eines Abends drei Jugendliche auf dem Boller Friedhof beobachtete. Als er sie ansprechen wollte, rannte einer der Jugendlichen davon. Von den anderen beiden notierte er sich die Namen und ging damit zur Polizei. Dass die Jugendlichen auch mit den Gegenständen auf der Straße zu tun haben könnten, konnte der Mann nicht ahnen. Auch die Polizei nicht. Aber "durch verbissenes Befragen des Trios durch die Polizei, wurde aus vielen Puzzleteilen schließlich ein Ganzes", wie Völkle weiter sagt. Die passenden Fingerabdrücke an den Glasflaschen bestätigten die Geständnisse.

Was die zwei Jungen und das Mädchen, die aus dem Raum Oberndorf beziehungsweise Stuttgart kommen, nun an Strafen erwartet, kann Völkle nicht genau sagen. Da alle aber 14 Jahre oder älter sind, seien sie strafmündig. "Je nachdem, ob man schon schon etwas auf dem Kerbholz hat, kann die Strafe von der reinen Verwarnung bis hin zum Jugendknast reichen", weiß Völkle. Bei Erwachsenen würde diese Strafttat mit mindestens einem Jahr Gefängnis geahndet.

Den Sachschaden, der an den Autos entstanden ist, und er der etwa 5000 Euro beträgt, werden die Jugendlichen anteilig ersetzen müssen. Hinzu kommt ein Strafverfahren wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Und theoretisch sei es auch möglich, dass die drei ihren Führerschein nicht machen können – wegen charakterlicher Mängel, beurteilt Völkle die Situation.

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