Mann erstochen: Ehefrau in Untersuchungshaft

 

Sulzau

STARZACH/ROTTENBURG. Familiendrama mit tödlichem Ende: Eine junge Frau hat ihrem Ehemann am Sonntag nach einer Fasnetsveranstaltung mit einem Messer erstochen ...

In Rottenburg war er als Feuerwehrkommandant der Stadtteilwehr Bieringen bekannt. Günter Flach lebt nicht mehr. Er ist erstochen worden. Seine Ehefrau sitzt in Untersuchungshaft.

Auf Facebook präsentierten sie eine heile Familienwelt. Sie posierten mit ihren beiden kleinen Jungen im Weihnachtsoutfit oder ganz cool mit Sonnenbrillen. Die Ehefrau legt auf einem Bild ihre Hände liebevoll auf die Schulter von Günter Flach. Alles wirkt harmonisch. Eine glückliche Familie. Niemand könnte bei diesem Anblick erahnen, dass sich eine tödliche Familientragödie am  Sonntagabend in Starzach-Sulzau abspielen wird.

Es ist früher Abend, so gegen 19 Uhr, als das Ehepaar Flach in das Haus der Schwiegereltern kommt. Sie sollen beide an dem großen Jubiläumsumzug der Narrenzunft Horb-Mühringen teilgenommen haben. Denn Günter Flach und seine Frau sind Mitglied in der Narrenzunft Sulzau. In der Küche der Schwiegereltern geschieht das Unfassbare. Es kommt wohl zum Streit mit tödlichem Ausgang. Als die Polizei wenig später eintrifft, findet sie den 46-Jährigen tot in der Küche liegend. Mit einer Stichwunde mitten ins Herz. Im Haus sind die Ehefrau, die Schwiegereltern und die beiden noch nicht schulpflichtigen Söhne des Paares.

Am Anfang ist laut Staatsanwaltschaft Tübingen die Lage noch unklar. Zunächst habe die Familie von einem Unfall gesprochen, berichtet der Pressesprecher der Staatsanwaltschaft. Von Selbsttötung sei die Rede gewesen. Doch diese Darstellung lässt sich nicht lange halten. Der Gerichtsmediziner habe dies noch vor Ort ausschließen können, so die Staatsanwaltschaft. Schnell fällt der Tatverdacht auf die deutlich jüngere Ehefrau von Günter Flach. Nach der gestrigen Obduktion sei schließlich davon auszugehen, dass die Ehefrau ihren Mann erstochen habe und dringend tatverdächtig sei. Noch heute soll ein Haftbefehl wegen Totschlags beantragt werden.

Doch wie konnte es zu dieser Tragödie kommen? Warum sind die beiden in Streit geraten? Darüber wollte die Staatsanwaltschaft gestern noch keine Auskunft geben. Und auch Menschen, die die beiden gut kennen, können oder wollen keine Erklärungen geben, warum es zu dieser Tat kam. Im Umfeld ist von einem harmonischen Familienleben die Rede.

Bestürzung in Sulzau und Bieringen

Günter Flach war mit seinem Heimatort Bieringen tief verwurzelt. Die Familie lebte friedlich und unauffällig im Ort. Seit fast zehn Jahren war der Bieringer Feuerwehrkommandant der Stadtteilwehr. Der Rottenburger Stadtkommandant Roland Kürner erzählt von einem engagierten und fleißigen Mann, der sich stark für die Feuerwehr in seinem Ort eingebracht habe. Er habe ihn auch persönlich gut gekannt, erzählt der völlig erschütterte Kürner. Auch Flachs Frau, selbst bei der Feuerwehr in Starzach-Sulzau – woher sie auch stammt – aktiv, sei immer sehr freundlich und sympathisch gewesen.

Ein Bild, das auch Thomas Noé, Bürgermeister der Gemeinde Starzach, bestätigt. Er kenne die Familie persönlich – unter anderem aus der Sulzauer Narrenzunft. Die junge Frau kenne er auch als engagierte Feuerwehrfrau des Ortes. "Ich bin sehr betroffen und erschüttert." Noé hat deshalb auch seine heutige Wahlkampfveranstaltung in Sulzau abgesagt. Die anstehende Bürgermeisterwahl rückt bei so einem tragischen Ereignis in den Hintergrund.

Auch Bieringens Ortsvorsteherin Hildegard Höppel findet kaum Worte. Flach sei ein "alter Bieringer", der ins Dorfgeschehen involviert gewesen sei. Er habe sich in starker Weise in der Jugendarbeit engagiert. Der Vater zweier Söhne sei bei den Jugendlichen sehr beliebt gewesen. "Jeder hier im Ort ist ein bisschen gelähmt."

Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher hat Günter Flach bei einigen Feuerwehrveranstaltungen kennengelernt. Beim Erweiterungsbau am Feuerwehrhaus in Bieringen im vergangenen Jahr habe man sehr gut zusammengearbeitet. "Er war verbindlich und sehr zielorientiert, das schätzt man als Politiker sehr", so Neher.

Gestern Abend wollte sich Stadtkommandant Kürner noch mit Ortsvorsteherin Höppel treffen. Die Amtsgeschäfte bei der Bieringer Feuerwehr übernimmt Günter Flachs Stellvertreter. Doch das ist für Kürner nebensächlich. "Wir wollen ihm bei seinem Begräbnis die letzte Ehre erweisen", sagt Kürner. "Das hat Günter Flach verdient."

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