Mrs. Greenbird: "Viele können uns nicht greifen"

 
"Die Arbeit am Album war anstrengend"
Mrs. GreenbirdEine große deutsche Tageszeitung hat euch in einem Artikel als "Hippie-Pärchen" betitelt. Würdet ihr euch selbst auch so bezeichnen?
Sarah: Ich persönlich sehe mich nicht als Hippie, Steffen schon gar nicht. Wenn schon einer von uns, dann eher ich, weil ich gerne viele Ohrringe trage und lange Röcke mag. Ansonsten sind wir weder von der Lebenseinstellung noch vom Stil her Hippies. Aber ich kann es verstehen, dass Menschen irgendetwas brauchen, woran sie sich orientieren können. Ich glaube, dass viele uns nicht greifen können, weil ich Röcke und Federohrringe trage und Steffen eine Akustikgitarre hat - da ist es halt leicht, uns in die Schublade zu stecken. 

Was war euer bisher übelster Job vor eurer Musikkarriere?
Sarah: Meiner war, als ich mit hochgradig traumatisierten und verhaltungsgestörten Kindern gearbeitet habe, die sich fast jeden Tag zu Tode geprügelt haben. Das ist keinesfalls übertrieben! Es war schon ganz schön hart und eine schwere Zeit für mich.
Steffen: Bei mir war es die Arbeit bei Mc Donald's, die nicht so der Brüller war. Auf den Hamburgern und Big Macs sind doch immer die ganz kleinen eingelegten Zwiebeln drauf, die musste ich immer mit den Fingern aus den Eimern nehmen (zumindest war es früher so) und damit die Burger belegen. Danach haben meine Finger zwei Wochen nach den Zwiebeln gestunken. Das war schon eine ziemlich üble Erfahrung ...

Was könnt ihr uns über euer Album berichten? (Mrs. Greenbird erscheint am 21.12.12, Anm. der Red.)
Steffen: Die Arbeit war kurz, anstrengend, aber auch schön. Für die Albumproduktion hatten wir nur zehn Tage Zeit, was für eine Produktion der Größenordnung extrem wenig ist. Wir haben unglaublich viel im Studio gearbeitet und wenig geschlafen. Mit dem Ergebnis sind wir sehr zufrieden und ziemlich überrascht, was wir in der kurzen Zeit auf die Beine stellen konnten. Das Album enthält neben zwei Coversongs, die wir speziell ausgesucht und auch in der Show gesungen haben, nur eigene Songs von uns. Es sind Songs die wir größtenteils schon länger live spielen, die wir dadurch gut kennen und zu 100 Prozent repräsentieren, deshalb ist uns das Album besonders wichtig.

Nur noch wenige Tage bis Weihnachten. Wie findet ihr Leute, die auf den letzten Drücker Geschenke kaufen?
Sarah: Ich finde das gar nicht so schlimm, solange man nicht ganz herzlos irgendetwas kauft, nur um etwas zu kaufen. Die Familie von Steffen schenkt sich nichts mehr. In unserer Familie beschenken wir uns aber weiterhin und ich mag das auch sehr gerne. Ich habe eine Geschenkekiste und kaufe immer das ganze Jahr über Sachen. Deswegen habe ich meistens schon alles vorbereitet. Dieses Jahr kam aber so vieles auf einmal, so dass ich es nicht ganz geschafft habe. Ich habe dem Steffen noch am Sonntag im Onlineshop ein Geschenk besorgt, damit es auch pünktlich zu Weihnachten ankommt.

Steffen: Ich finde Lastminute-Shopper super, weil ich selbst einer bin. Ich mag es, einen Tag vor Heiligabend oder an Heiligabend noch mal in Ruhe loszugehen, ohne den Druck, was kaufen zu müssen und dann die Leute anzuschauen, die sich zu Tode prügeln, um die letzten Geschenke abzubekommen. Und dann nach Möglichkeit auch die ersten runtergesetzten Weihnachtsleckereien zu kaufen, die es schon im Sonderangebot gibt, weil nach Weihnachten will sie keiner mehr.

Gibt es etwas, an das ihr glaubt?
Steffen: Man kann schon sagen, dass wir an Gott glauben. Es sind Themen, worüber wir viel sprechen und uns gegenseitig austauschen, weil es einfach wichtig ist.

Wie sehen eure Wünsche und Pläne fürs kommende Jahr aus?
Steffen: Wir wünschen uns, dass die Leute unser Album mögen und mit uns zusammen Spaß an unseren Liedern haben. Außerdem wünschen wir uns eine tolle Tour, denn wir werden zum ersten Mal eine richtige Tour quer durch Deutschland machen. Wir freuen uns, dort unsere ganzen neu gewonnenen Fans kennenzulernen und mit denen eine gute Zeit zu verbringen.

Fotos © Nikolaj Georgiew

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