"Cloud Atlas": Ein Film-Epos der Superlative

Schöner sehen mit woodZ! Diese Woche im woodZ Movies-Check: "Cloud Atlas" - philosophisches Mammutwerk von gleich drei Regisseuren ...
Cloud Atlas
USA/Deutschland 2011, 172 min., FSK: ab 12
Cast: Halle Berry, Tom Hanks
Regie: Lana & Andy Wachowski, Tom Tykwer
Verleih: X-Verleih (Warner)
Start: 15. November 2012
David Mitchells Mammut-Roman "Cloud Atlas" galt eigentlich als unverfilmbar - zu komplex, zu umfangreich, zu viele Geschichten und Figuren. Doch dann beschlossen drei mutige und visionäre Regisseure, die Herausforderung anzunehmen: Die beiden "Matrix"-Erfinder Lana und Andy Wachowski und der deutsche Ausnahme-Regisseur Tom Tykwer schrieben den Roman um in ein Drehbuch und inszenierten ein gigantisches, fast drei Stunden langes Filmepos der Superlative.
Mitchells Roman erzählt sechs völlig unterschiedliche Geschichten, die in verschiedenen Epochen spielen - die erste Mitte des neunzehnten Jahrhunderts, die letzte in einer fernen Zukunft im Jahr 2346. Zur Verdeutlichung der Hauptthese des Werkes - "Alles hängt mit allem zusammen" - steckt das Regie-Trio immer wieder die gleichen Schauspieler in extrem aufwändige Masken und Kostüme, und gerade weil man als Zuschauer die Darsteller oft nicht sofort erkennt, beschleichen einen Gefühle, irgendwen oder irgendetwas schon mal gesehen zu haben. Ein einfacher, aber perfekt genutzter Kniff, um uns die Möglichkeit der Reinkarnation vor Augen zu führen.
Ebenso wiederholen sich Gesten, Worte, Musiken, wandeln sich Schauplätze metamorphosenhaft und schaffen so einen Ahnung davon, dass sich vielleicht wirklich vieles im Leben wiederholt und unsere Gegenwart untrennbar mit der Vergangenheit und der Zukunft der Welt verbunden ist.
Fazit:
Wann immer Filmregisseure versuchen, die großen philosophischen Fragen der Menschheit ins Kino zu bringen, ist die Gefahr, sich zu überheben, gewaltig. Und immer finden sich nörgelnde Kritiker und bemängeln scheinbar nur, dass kein noch so teurer Film jemals größer sein kann als das Leben selbst. Wer aber Lust hat, sich von einer gigantischen Komposition aus Bildern, Musiken und Geschichten auf eine philosophische Reise mitnehmen zu lassen, der kann gar nicht anders als von diesem Film beeindruckt zu sein.
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Geschrieben von: Uwe Dietrich
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