Eine Woche kreuz und quer durch New York City
woodZ-Autorin und Studentin Sabine Winkler hat eine Woche in New York verbracht. Hier erzählt sie von ihrer Reise und gibt Tipps an Leute, die es ihr nachtun wollen ...
Als Studentin war ich die letzten Wochen total ausgebrannt. Erst Prüfungszeit und dann "Hausarbeiten-Zeit" - es nahm kein Ende. Da kam mir ein Kurzurlaub gerade recht. Die Werbetafel vor dem Reisebüro war aber auch gerade zu verlockend: "Ab 300 Euro New York" - das ließ ich mir nicht zweimal sagen und buchte gemeinsam mit einer Freundin Flug und Unterkunft für eine Woche New York für gerade mal 500 Euro pro Person!
Für uns beide war es das erste Mal, dass wir in die USA flogen. Meine Begeisterung über New York hielt sich jedoch in Grenzen: Für mich war es einfach nur eine große Stadt. Doch dann hat mich das Fieber doch gepackt. Diese Stadt ist nämlich einfach nur beeindruckend und unglaublich!
Die Woche werden wir so schnell nicht vergessen! New York zieht einen wirklich in seinen Bann. Und nebenbei: Man kann derzeit auch wirklich günstig einkaufen ;-)
Wer den Big Apple besuchen will, der sollte jedoch vorher planen. Denn egal ob Sightseeing, Museen, Shopping, Konzerte, Theater oder Veranstaltungen - die Stadt hat wirklich für jeden was zu bieten. Man kann Tage in ihr verbringen und hat noch immer nicht alles gesehen haben. Mal abgesehen davon unterschätzt man wirklich sehr schnell die Entfernungen, die man zurückzulegen gedenkt.
Daher auf den nächsten Seiten einfach mal drei unterschiedliche Touren durch New York, die wir selbst erlebt haben als Beispiel für die Gestaltung eines Aufenthaltes. Und im Anschluss daran gibt’s noch ein paar Tipps auf die man meiner Erfahrung nach unbedingt achten sollte, wenn man New York besucht!
Tour 1: Downtown, Financial District
Da wir unser Quartier in Harlem hatten, sind wir relativ früh aufgebrochen und bis zur Station World Trade Center gefahren. Am sogenannten Ground Zero ist bis auf eine riesige Baustelle nichts Interessantes zu sehen. Daher ging's gleich den Broadway runter weiter, vorbei am Wallstreet Bullen direkt zum U.S. Custom House. Hier starten donnerstags und samstags um 12 Uhr kostenlose Wallstreet Walking Touren. Ein echter Insider-Tipp, denn die Gruppen sind wirklich klein und die Tourführer sehr informiert! Als wir zudem den Treffpunkt erreicht hatten, fand gerade ein Holländisches Fest statt, anlässlich der Entdeckung New Yorks durch Henry Hudson vor 400 Jahren. Nach einer informativen Tour (ca. 90 Minuten) rings um die Wallstreet, vorbei an der Trinity Church und der New York Stock Exchange (Börse), gab's einen kleinen Snack und einen entspannten Spaziergang durch den Battery Park. Dort kann man durchaus künstlerische Showeinlagen erleben.
Geht man durch den Park, gelangt man zu den Fähren nach Ellis Island und zur Freiheitsstatue. Es lohnt sich, hier lieber auf den Eintritt dieser Fähren zu verzichten und stattdessen die kostenlose Fähre nach Staten Island zu nehmen. Während der Fahrt hat man einen ebenso wunderschönen Blick auf Manhattan und sieht nebenbei die Freiheitsstatue aus der Nähe und spart dabei einige Dollar.
Im Gegensatz zu Manhattan ist Staten Island ein wirklich ruhiges Plätzchen ohne Wolkenkratzer. Ideal also wenn man einfach mal kurz durchschnaufen möchte. Auf dieser Insel befindet sich auch das Baseballstadion der Staten Island Yankees. Mit etwas Glück, wie wir es hatten, kann man den Jungs beim Training zuschauen.
Wieder in Manhattan angekommen ging's zu Fuß weiter zur Brooklyn Bridge. Der Zugang ist zwar ein bisschen versteckt, wenn man von der Uferseite herkommt, doch lassen sich in der Regel schnell ortskundige und hilfsbereite New Yorker finden, die einem zeigen wo es lang geht. Es empfiehlt sich, die Brücke bei Sonnenuntergang zu besteigen, denn der Ausblick ist traumhaft. Vor allem wenn nach und nach die vielen bunten Lichter der Stadt angehen - ein Highlight für Hobby-Fotografen.
Zum Abschluss des kilometerreichen Tages sind wir, noch nicht völlig erschöpft, ins Century 21 Department Store gegangen, welches direkt am Ground Zero liegt. Dieses Geschäft wird als Insidertipp gehandelt, hier erhält man Markenware zu Outlet-Preisen. Beispielsweise hatte ich am Vortag ein elegantes Oberteil bei Macey's für 48 US-Dollar gesehen, das hier nun nur noch 23 Dollar kostete. Man bekommt in diesem Laden auch Lewi's für schlappe 20 Dollar. Schnäppchenjäger sollten hier also unbedingt vorbeischauen. Die Öffnungszeiten sind relativ lang: bis mindestens 21 Uhr, je nach Wochentag und auch sonntags. Ideal also für einen Tagesausklang, dann ist der Laden auch nicht mehr so rappelvoll.
Tour 2: Gospel Singer, Harlem, Central Park und VMAs
Wer sonntags einen Gottesdienst mit Gospelsängern in Harlem besuchen möchte, sollte früh aufstehen: Laut unserem Reiseführer gibt es einen Gottesdienst um 9 Uhr und einen um 11 Uhr in der Abyssinian Baptist Church. Als wir Viertel vor 11 Uhr ankamen konnten wir auch schon die Probe der Sänger von draußen hören, doch direkt vor der Kirche gab's ein böses Erwachen: Der Reverend wollte uns nicht reinlassen! Da wir nicht zur Gemeinde gehören, sollten wir uns doch bitte in der Schlange anstellen oder hätten wir die nicht gesehen? Wir waren verwirrt: Wir sollten für einen Gottesdienst anstehen? Doch brav folgten wir der Anweisung und gingen um die Ecke, und dort traf uns der Schlag: eine Schlange voller wartender Menschen über einen Häuserblock lang! Wir stellten uns brav an, doch tat sich eine dreiviertel Stunde lang recht wenig. Wir gaben es dann schließlich auf und zogen weiter. Unsere nächsten Stationen waren das Hamilton Grange National Memorial, das City College of New York, Grant's Tomb und die Riverside Church. In dieser Kirche konnten wir noch Zeugen einer Tauffeier werden. Die Kirche ist Teil eines riesigen Gebäudekomplexes und durchaus sehenswert. Die Halle vor dem Kirchenraum (Foto) erinnerte mich irgendwie an Harry Potters Schule Hogwarts.
Unser Weg führte uns weiter über die Columbia University durch den Central Park. Dieser Park ist gigantisch. Bei Sonnenschein lassen sich auch hier einige Schauspiele beobachten. Wir sind an mindestens zehn Kindergeburtstagen vorbeigekommen! Nach unserem täglichen Starbucks-Kaffee sind wir dann weiter in Richtung Rockefeller Center.
Wir hatten uns vorgenommen, Manhattan bei Sonnenuntergang vom Observation Deck des Rockefeller Centers anzusehen. Doch als wir dort um kurz vor 17 Uhr ankamen, standen schon die ersten Straßenabsperrungen rings um die Radio City Music Hall. Grund hierfür waren die MTV Video Music Awards. Gegen 20 Uhr sollten die Stars dort eintreffen, doch bereits Stunden vorher standen die Fans in Massen an den Absperrungen auf der anderen Straßenseite. Sie alle hofften darauf, ein Bild von ihrem Lieblingsstar zu erwischen. Es war wirklich ein großer Menschenauflauf. Immer wieder hörte man es laut kreischen und die gleich darauf folgende Frage: "Who is it?" Doch um die frühe Uhrzeit war es nur das gespielte Gekreische für die Kamera, das die Fans, die weiter weg standen, in Verwirrung brachte.
Doch dann kamen die Stars in Scharen und die Fans drehten beinahe durch. Nach ein paar Stunden wurde es mir doch ein bisschen zu viel und ich war heilfroh, als ich da rauskam. Durch den ganzen Trubel mussten wir schließlich auch unseren Blick über Manhattan um einen Tag verschieben ;-)
Tour 3: Abreisetag = Kulturtag
Da unser Flieger relativ spät ging, hatten wir noch einen mehr oder weniger ganzen Tag in New York. Und da wir die Stadt nicht ohne einen ordentlichen Besuch in einem Museum verlassen konnten, hatten wir uns an diesem Tag für das Metropolitan Museum of Art (Foto) entschieden. Achtung: montags haben viele Museen geschlossen! Das Museum ist wirklich klasse und empfehlenswert. Schon der Eintritt war überraschend günstig: Studenten zahlen die Hälfte der üblichen 20 US-Dollar - und das, ohne den Studentenausweis vorzuzeigen! Ein Grund mehr, rein zu gehen.
Drin kam ich mir wie in einer Zeitreise durch den Geschichtsunterricht der Schule vor, einfach genial und keineswegs langweilig. Die Kunstwerke sind äußerst kreativ positioniert und füllen nicht selten eine ganze Wand aus. Teilweise sind sogar ganze Gebäude-Fassaden zu sehen, Tempel oder Gärten. Für die kleinen Besucher gibt es sogar Quiz-Bögen zu den einzelnen Abteilungen des Museums. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle. Ich war erstaunt, wie viele Kunstwerke mir bekannt vorkamen und wie viele Namen mir geläufig waren - und das, obwohl ich kein großer Kunstkenner bin.
Insgesamt haben wir vielleicht vier Stunden in dem Museum verbracht und immer noch nicht alles gesehen. Dieser Museumsbesuch war ideal und entspannend, um sich anschließend auf den Heimweg zu machen. Man musste nämlich nur kurze Strecken von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit zurücklegen ;-)
Zehn Dinge, auf die man achten sollte
Das A und O: eine gute Reisevorbereitung! Am Besten macht man sich vorher einen Plan, was man alles sehen und besuchen will. Fürs Shopping kann es hilfreich sein, sich die Adressen der Läden vorab zu besorgen.
1. Zu einer guten Planung gehört auch ein guter Stadtplan mit Straßenangaben und Metroplan!
2. Sportschuhe: Wer vor hat, viel zu erkunden, sollte unbedingt bequeme Schuhe tragen. Top-Marken kann man sich aber auch für wenig Geld drüben kaufen.
3. Auf der Straße werden für viele Sehenswürdigkeiten 2 US-Dollar-Gutscheine verteilt - unbedingt mitnehmen und beim Eintritt vorzeigen!
4. Hostels empfehlen sich gerade für junge Reisende: Grundsätzlich gilt, je nördlicher, desto günstiger. Unser Hostel "Wanderer's Inn" in Harlem war recht günstig und lag zwischen Central Park und Columbia University, einer für Harlem sehr ruhigen Gegend. Großes plus fürs Hostel: Frühstück war inklusive!
5. Wer günstige Flüge sucht, sollte mal bei www.swoodoo.de vorbeischauen. Dies ist eine Meta-Suchmaschine, die die Datenbanken aller Airlines und Online-Reisebüros abklappert.
6. Essen: Im Gegensatz zu Deutschland ist das Essen eher teuer. Daher empfiehlt es sich eher in kleinen "Buden" vorbeizuschauen als in größeren Restaurants zu sitzen. Unbedingtes "Muss" sind jedoch: "Dunkin' Donots" (mehrere Bagels zum Sparpreis), "Starbucks" (verschiedene Kaffeesorten) und der amerikanische Hamburger.
7. Fotoapparat: große Speicherkarte und mehrere Akkus parat haben.
8. Wer Manhattan bei Sonnenuntergang sehen will, der sollte sich eine Karte gegen Mittag beim Observation Deck des Rockefeller Centers holen. Dort kann man dann eine Wunschzeit angeben, zu der man hoch möchte. Weiteres Plus: man hat einen guten Blick auf das Empire State Building und der Central Park wird nicht von weiteren Wolkenkratzern verdeckt. Zudem muss man mit einer bereits gekauften Karten abends nicht mehr Schlange stehen und kann gleich hoch.
9. Postkarten und Souvenirs: Lieber mal im Großhandel, wie Macey's oder Century 21, vorbeischauen als beim nächst besten Ramschladen kaufen. Denn dort sind sie meist günstiger.
10. Einkaufen generell: So verlockend mancher Preis auch klingen mag - der New Yorker hat die Eigenschaft, dass er die Sales Tax (Mehrwertsteuer) nicht immer anschreibt. Man sollte also zusätzlich zum angegebenen Preis noch mal 8 Prozent draufrechnen. Bei Kleidung und Schuhen gelten Ausnahmen, aber auch nicht immer.

Svenja
schrieb:
|
Metropolitan of Arts Museum Hi, danke fuer den Bericht. Gefaellt mir gut. Ich bin derzeit schon seit 21 Monaten als Aupair in den USA, 40 Minuten von NYC mitm Zug weg.... Bisher mag ich die Stadt nicht so sehr, werde sie aber demnaechst mal mehr erkunden (mit den hier gefundenen Tips). Einen Hinweis hab ich aber noch. Die Museen leben hier von "Spenden" und die Preise sind eigentlich nur Empfehlungen, so wurde uns im College erzaehlt. Ich war schon 3 mal im Metropolitan Museum (mit dem College) und 2 mal privat und jedesmal habe ich, sowie die meisten anderen auch, 1 Dollar bezahlt (war der Hinweis im College, dass jeder einen Dollar geben sollte). Natuerlich kann man auch mehr geben und kann natuerlich auch den "Studentenpreis" zahlen, unabhaengig davon, ob man Student ist... aber fuer diejenigen, die Geld sparen wollen.... mit nem Dollar kommt ihr auch rein |
|
Geschrieben von: Sabine Winkler
WOODZ WEEKLY
Jeden Freitag im "Schwarzwälder Bote"
Diesmal mit Tickets für die Superstar Night in Calw, Tipps für die eigenen vier Wände und Vorfreude auf die Pfingstferien
HOTLIST
- Deine Rechte: Was ist ab welchem Alter erlaubt?
- HIV positiv: Was bedeutet das genau?
- Erdbeben: Alles, was du wissen musst
- Drei Tote in der Türkei: Was ist gepanschter Alkohol?
- Amoklauf: Kann man ihn verhindern?
- Mist gebaut: So entschuldigst du dich richtig
- Wie man "Schwein hat" und Dämonen austrickst
- Ostalgie: Kult-Produkte der ehemaligen DDR
- Kommunalwahl 2009: Mehr Durchblick für Jungwähler
- Wie gefährlich ist die Schweinegrippe?




ie Black Jackets und die United Tribuns sind keine "Roc...«
